Ruanda wird wohl auf ewig als Synonym für Völkermord dastehen.
Inzwischen gilt das Land der tausend Hügel jedoch als Schweiz ostafrikas und bringt ganz nebenbei die besten radsportler des Kontinents hervor. Mit dem premieren olympiaticket im moutainbike will die stolze nation nun auch aus positivem anlass für Schlagzeilen sorgen.

Jock Boyer konnte es nicht fassen. „Plötzlich machte es klick“, beschreibt der 55-jährige Kalifornier die fast bizarre Szene im Gespräch mit dem Sportmagazin. „Da wurde mir klar, wie viele Talente es hier überhaupt gibt.“ Seine Biker pedalierten gerade auf ihren nagelneuen 4000-Dollar-Gefährten und in azurblau-bananengelben Trikots den Hügel hinauf. Sie überholten Fußgänger, die auf dem Kopf Tableaus mit Früchten balancierten, und alte, voll beladene quietschende Laster auf dem Weg Richtung Kongo, ließen Teenager auf rostigen chinesischen Waffenrädern stehen, die keuchend und fluchend mit schweren Ladungen Kaffee oder Kohle auf dem Packlträger die Steigung hochkletterten. Einer dieser Burschen war Leonard, ein schlaksiger Zweimeterlackel mit 70 Kilo Kartoffeln am Hinterrad. Ein paar Minuten nachdem ihn Boyer und seine Gruppe überholt hatten, tauchte Leonard auf einmal wieder an ihrer Seite auf und kurbelte schier mühelos an ihnen vorbei. Tags darauf stöberte Boyer den Knaben auf und lud ihn zu einem Trial ein.

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